Leserbrief vom 30.01.2020 von Wolfgang Eber (Vorsitzender Solar mobil Heidenheim e.V.) zum Artikel „E-Autos retten das Klima nicht“ in der Heidenheimer Zeitung

Am 21.01.2020 erschien in der Heidenheimer Zeitung der Artikel "E-Autos retten das Klima nicht" basierend auf einer Pressemitteilung des Mineralölwirtschaftsverband e.V. (MWV). In dem Artikel wird für synthetischen Kraftstoff geworben, um die CO2-Ziele 2030 zu erreichen.

Hierzu hat Wolfgang Eber als Vorsitzender des Solar mobil Heidenheim e.V. einen Leserbrief verfasst, der am 30.01.2020 in der Heidenheimer Zeitung erschienen ist.

Leserbrief zu „E-Autos retten das Klima nicht“, HZ 21.01.2020

E-Autos retten das Klima nicht- diese Aussage ist so stimmig wie banal und dumm. Keine Einzelmaßnahme in den Bereichen Heizung, Stromerzeugung oder Verkehr rettet allein das Klima! Aber manche Bausteine helfen, die Erderwärmung in Grenzen zu halten, andere befeuern sie. Und Elektroautos leisten ihren Beitrag, die durch den Verkehrssektor verursachten CO2-Emissionen zu vermindern. Verbrennerautos tun das nicht! Und dass 2030 trotz 10 Millionen E-Autos im Verkehrssektor noch eine „CO2-Lücke von 19 Mio. Tonnen“ zu schließen ist, liegt nicht an den E-Autos, sondern dass es zu wenig davon gibt, weil den Szenarien zufolge da immer noch gleichzeitig 45 Mio. PKW mir Verbrennungsmotor herumfahren, weil eben nicht schnell genug umgesteuert wird. Und diese „Lücke“ nun dem E-Auto anzulasten, wie es der von der HZ bzw. Südwestpresse abgedruckte dpa-Bericht tut, ist böswillig. Die Presse führt damit die jahrelange negative Berichterstattung fort, die mit Überschriften wie „Nur lokal sauber“ , „Leiden für das Elektroauto“, oder eben hier „E-Autos retten das Klima nicht“ mit Bildunterschrift „Kein Allheilmittel“ Stimmung gegen die Elektromobilität macht. Die Medien sind auf diese Weise mitverantwortlich für das unberechtigt negative Image, das diese Autos noch in großen Teilen der Bevölkerung haben, und dass die Energiewende im Land viel zu schleppend vorankommt. Dem Mineralölwirtschaftsverband, der die dpa-Meldung lancierte und auf die „Lücke“ hinwies, haben die Journalisten mit der unreflektierten Veröffentlichung und der reißerischen Anti-E-Auto-Überschrift einen nützlichen Gefallen getan.

Wolfgang Eber
Vorsitzender Solar mobil Heidenheim e.V.